EssProbleme | Meine Essstörung und ich...  
Zurück   EssProbleme | Meine Essstörung und ich... > Ess-Störungen (Allgemeine Foren) > Selbstvertrauen / Minderwertigkeitskomplexe

Ankündigung
EssProbleme.com ist ab sofort in einer neuen, überarbeiteten Version (2.1) verfügbar und bringt viele praktische Features! Ab sofort haben alle Benutzerinnen die Möglichkeit eigene Fotoalben anzulegen. Zudem können Freundschaften zwischen Benutzern geschossen werden und vieles mehr. Weitere Infos zu den Neuerungen gibt es hier

Link-Anzeigen:

Unsere Sponsoren:
Augenlaserzentrum | Krankenversicherung

Antwort
 
LinkBack Themen-Optionen Ansicht
  #1 (Permalink)  
Alt 27.12.2006, 02:07
Benutzerbild von berater
Administrator
AdministratorIn
 
Registriert seit: 18.11.2006
Ort: Wien
Beiträge: 870
Standard Individuelle, persönlichkeitsspezifische Faktoren

Als Grundkonflikt bei Essstörungen wird die Suche nach der eigenen Identität angesehen. Häufig ist sie begleitet von langjährigen inneren Kämpfen zwischen Abhängigkeit und Selbstbestimmung. Anfangs innerhalb der Familie, später in Beziehungen zu Partnern und im öffentlich-gesellschaftlichen Leben. Esssüchtige haben meist ein äußerst instabiles Selbstwertgefühl und versuchen, sich Liebe und Anerkennung durch Leistung oder Anpassung zu verdienen. Frauen mit Essstörungen sind oft perfektionistisch veranlagt, denn sie haben das Gefühl, sich anderen ständig beweisen zu müssen und nichts, was sie tun, ist gut genug. Ziele, die erreicht wurden, werden entweder konsequent verleugnet und ignoriert oder durch neue, höhere ersetzt. Die Ansprüche, die die Betroffenen sich selbst gegenüber haben, sind in der Regel völlig übertrieben und können daher gar nicht erreicht werden. Der eigene Körper wird konsequent abgelehnt und alle Versuche, sich mit ihm auseinanderzusetzen und anzufreunden, werden genauso abgeblockt wie positive Kommentare von anderen Menschen. Viele Betroffene erwecken das Eindruck, sich gar nicht helfen lassen zu wollen. Die Sucht ist das einzige, worauf sie sich verlassen können, denn nur hier erleben sie hin und wieder ein Gefühl von Macht und Kontrolle über ihr Leben. Die Essstörung ermöglicht ihnen, unangenehme Gefühle nicht spüren und nicht ausdrücken zu müssen. Frauen, die von Essstörungen betroffen sind, haben grundsätzlich Probleme mit Nähe und Distanz; sie haben nicht gelernt, ihre Grenzen richtig wahrzunehmen. Bei Übergewichtigen offenbart es sich in ihrem Körperfett als unscharfer Ich-Grenze, bei Bulimikerinnen in der extremen Durchlässigkeit ihrer Grenzen - sie lassen zuviel hinein und müssen es dann gewaltsam wieder hinausbefördern - und bei Magersüchtigen in einem Zuviel an Grenzziehung - sie lassen zuwenig in sich hinein. Esssüchtige sagen immer "ja", Bulimikerinnen immer "ja, aber" und Magersüchtige immer "nein".
In der Pubertät lösen die Veränderungen der weiblicheren Körperproportionen bei Mädchen manchmal negative Gefühle und Unzufriedenheit aus. Obwohl statistisch betrachtet nur 10 Prozent der weiblichen Jugendlichen unter klinischen Essstörungen leiden, versucht mindestens jede Zweite, ihr Gewicht durch Diäten oder exzessive sportliche Betätigungen zu reduzieren (Davies & Furnham 1986), um so eher dem kulturell präferierten Körperideal für Frauen zu entsprechen. Besonders dann, wenn Freunde und Bekannte Schlankheit eine große Bedeutung beimessen oder die Mädchen wegen ihres Gewichts gehänselt werden, kommt es während der Pubertät zu exzessiven Sorgen über das eigene Körpergewicht (Taylor et al. 1998). Mit dem eigenen Körper unzufrieden zu sein, stellt wiederum einen Risikofaktor für die Ausbildung eines negativen Selbstbilds sowie internalisierter Probleme wie depressivem Affekt, dessen Prävalenz besonders bei Mädchen in der Pubertät ansteigt, dar (Cairns, McWhiter, Duffy & Barry 1990).
Essstörungen bleiben lange im Verborgenen, meist gibt es nur allgemeine Hinweise. Mädchen, die an einer Anorexia nervosa leiden, versuchen am Anfang, familiäre Mahlzeiten zu meiden und benutzen dafür Ausreden wie: "Ich habe schon gegessen", oder "Ich habe gar keinen Hunger." Dabei widmen sie sich häufig mit Ausdauer dem Wohlergehen der Familie, kochen aufwendige Gerichte für andere. Auch innerlich sind die Betroffenen ständig mit dem Essen beschäftigt, alle Lebensmittel werden in gute (nicht dick machende) und schlechte (dick machende) eingeteilt. Kalorien und Fettpunkte werden genauestens kontrolliert. Unter dem Vorwand, sich gesund zu ernähren, wird lange Zeit eine stark einseitige Ernährung durchgeführt. Viele Früchte und Gemüse werden konsumiert, manchmal ausschließlich Babybrei.

Das Essverhalten erfährt mit zunehmender Erkrankung eine immer stärkere Kontrolle. Dabei wird es auch zur Kontrolle von anderen eingesetzt. Häufig bestimmen Mädchen mit Essstörungen das Familienklima. Es besteht eine krankhafte Furcht, dick zu werden, was bei längerem Krankheitsverlauf zum völligen Vermeiden größerer Mahlzeiten oder sozialer Situationen, in denen gegessen wird, führt. Nach einer Nahrungsaufnahme versuchen die Mädchen, die Kalorien wieder abzutrainieren oder aus dem Körper zu entfernen. Übermäßiges Sporttreiben ist ein sichtbares Warnzeichen.

Im Sozialbereich ziehen sich die Mädchen häufig aus bestehenden Freundschaften zurück, haben keine Lust mehr, mit anderen etwas zu unternehmen. Nicht selten kommt es zu einem Rückzug ins Elternhaus, wobei sozial erwünschte Kontakte wie der Gang zur Kirche oder zur Schule lange aufrechterhalten werden. Im körperlichen Bereich wird die Abmagerung der Mädchen verdeckt durch Schlabberkleidung oder Tragen dicker Pullover und Mäntel; es fällt eine schlechte Durchblutung der Hände auf.

Bulimische Mädchen sind dagegen normalgewichtig, man sieht ihnen die Bulimie nicht an. Bei chronischem exzessiven Erbrechen schwellen die Ohrspeicheldrüsen wie bei Mumps an, und es entsteht ein "Hamstergesicht". Diese Patientinnen sind oft sozial unangepasster als solche mit einer Anorexia nervosa. Schule schwänzen, aber auch Ladendiebstähle kommen öfter vor. Sie leiden an starken Stimmungsschwankungen und depressiven Verstimmungszuständen. Absichtlich zugefügte Schnittwunden, meist an den Unterarmen, können mit dieser Erkrankung verbunden sein.
Quelle: http://arbeitsblaetter.stangl-taller...Ursachen.shtml
Mit Zitat antworten
  #2 (Permalink)  
Alt 27.12.2006, 02:41
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 21.12.2006
Ort: Zofingen
Beiträge: 166
Standard

hallo berater
hast du das aus meinem gehirn rausgesogen? :-)
nein, spass beiseite. ich muss sagen, ich erkenne mich in deinem text fast zu hundert prozent wieder. das könnte fast angst machen. ich finde den text super gelungen
Mit Zitat antworten
  #3 (Permalink)  
Alt 27.12.2006, 03:05
Benutzerbild von berater
Administrator
AdministratorIn
 
Registriert seit: 18.11.2006
Ort: Wien
Beiträge: 870
Standard

Danke für dein Lob, aber ich habe diesen tollen Text nur auf einer Internetseite gefunden. Habe vergessen die Quelle anzugeben - habe es aber gleich nachgeholt :-)
Mit Zitat antworten
  #4 (Permalink)  
Alt 27.12.2006, 03:08
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 21.12.2006
Ort: Zofingen
Beiträge: 166
Standard

suchen gibt auch viel arbeit. also gilt das lob trotzdem auch für dich :-)
Mit Zitat antworten
  #5 (Permalink)  
Alt 06.03.2007, 16:13
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 06.03.2007
Beiträge: 5
Standard

ja der text stimmt auf mich auch zu
und es ist schwer mit dem allem umzugehen.
Sehr sogar und noch deprimierender.

Meine Mum sagt immer ich soll mir sagen ich bin schön und so
aber das ist soooo kindisch finde ich den ich bin das ja nicht
obwohl ich froh sein sollte das ich aussehe wie ich aussehe den ich könnte schlimmer sein.
Da ich 16 Jahre alt bin befinde ich mich in der Pubertät und das erklärt vielleicht mein Fragenchaos in meinem hirn
Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen

Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.
Trackbacks sind an
PingBacks sind an
RefBacks sind an


Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Soziale Faktoren wichtiger als angenommen berater Adipositas-Forum (allgemeiner Bereich) 0 14.01.2007 04:18
Familäre Faktoren berater Entstehung von Ess-Störungen / Familiäre Herkunft / Gesellschaft 1 27.12.2006 03:50



Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 21:14 Uhr.


Powered by vBulletin® Version 3.7.1 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2008, Jelsoft Enterprises Ltd.
Search Engine Friendly URLs by vBSEO 3.1.0
(c) essprobleme.com ist ein Service von MedUni

Textlink-Anzeigen: Uhren

Powered by vBCMS® 1.2.4 ©2002 - 2008 vbdesigns.de