EssProbleme | Meine Essstörung und ich...  
Zurück   EssProbleme | Meine Essstörung und ich... > Ess-Störungen (Allgemeine Foren) > Selbstvertrauen / Minderwertigkeitskomplexe

Ankündigung
EssProbleme.com ist ab sofort in einer neuen, überarbeiteten Version (2.1) verfügbar und bringt viele praktische Features! Ab sofort haben alle Benutzerinnen die Möglichkeit eigene Fotoalben anzulegen. Zudem können Freundschaften zwischen Benutzern geschossen werden und vieles mehr. Weitere Infos zu den Neuerungen gibt es hier

Link-Anzeigen:

Unsere Sponsoren:
Augenlaserzentrum | Krankenversicherung

Antwort
 
LinkBack Themen-Optionen Ansicht
  #1 (Permalink)  
Alt 06.01.2007, 19:28
Benutzerbild von berater
Administrator
AdministratorIn
 
Registriert seit: 18.11.2006
Ort: Wien
Beiträge: 870
Standard Sportsucht, Sportbulimie (exercise-bulimie), Sport-Anorexie

Sportsucht, Sportbulimie (exercise-bulimie), Sport-Anorexie (Anorexia athletica)

„Sport“ bedeutet eigentlich soviel wie „Zerstreuung“. Die besseren Kreise in England, die es nicht nötig hatten, körperlich zu arbeiten, gingen verschiedenen Spielen und Formen der Körperertüchtigung nach. Der britische Sportbegriff mischte sich dann mit dem von de Coubertin aufgegriffenen, stärker wettbewerbbezogenen altgriechischen olympischen Gedanken. Heutzutage ist „Sport“ in den westlichen Gesellschaften, in denen immer weniger körperliche Arbeit anfällt, fast zum Synonym für körperliche Anstrengung geworden.

Sport hält gesund, aktiviert das Immunsystem, regt den Körper zur Produktion von Endorphinen, Cannabinoiden, Serotonin, Adrenalin, Dopamin und Glutamat an. Es kommt dabei zu einer lustvollen Erregung. Tlw. werden, vor allem bei Läufern, bewusstseinsverändernde Rauschzustände, sog. flow-Erlebnisse beschrieben. Auch der Begriff „runner’s-high“ wird verwandt. Man strebt dazu, diesen Zustand wieder zu erreichen, man lernt am Erfolg und ist stolz, wenn es höher, schneller und weiter wird. Auch das Modelllernen spielt eine große Rolle, wenn man die häufig wechselnden Trendsportarten sich ansieht. (Der „Spiegel“ hat mit etwas spitzer Feder das Nordic Walking als die Trendsportart für Frauen zwischen 50 und 80 bezeichnet)
Der Sport dient auch dem Abbau psychischer Spannungen und damit der Affektregulation. In manchen Fällen schützt er auch vor dem Gefühl der Desintegration. Sadomasochistische Impulse können im Sport relativ sozialverträglich ausgelebt werden.
Die Selbstkontrolle und das Gefühl von Selbstwirksamkeit werden verbessert.
Die antidepressive Wirksamkeit ist mit der der klinisch eingesetzten Antidepressiva vergleichbar.

Natürlich kann auch die sportliche Betätigung so wie jede menschliche Leidenschaft und Tätigkeit süchtig entarten. Es kommt dann zu einer Abhängigkeit vom tgl. Sport, zur Dosissteigerung hin zu Marathons und Ultra-Marathons und zu Entzugserscheinungen in Form von schlechter Laune, wenn man nicht die Gelegenheit hat, sich körperlich zu betätigen. Oft werden auch schädliche Folgen ignoriert, Alarmreaktionen des Körpers übersehen. Auch Grandiositätsvorstellungen spielen herein.
Schwierig wird es, wenn sich Sportsucht und Magersucht bzw. Ess- Brechsucht kombinieren oder aber wenn der Sport zur Gewichtsregulation eingesetzt wird. Bei Magersüchtigen spricht man von „Sport-Anorexie“ oder „Anorexia athletica“, bei Bulimikerinnen von „Sport-Bulimie“.
Gefährlich sind dabei Sportarten, bei denen „Glaube und Schönheit“, Leichtigkeit und Mädchenhaftigkeit im Vordergrund stehen, wie Ballet, rhythmische Sportgymnastik, Bodenturnen. Gefährlich können auch Sportarten sein, bei denen Gewichtsklassen bestehen, indem man nämlich durch Abnehmen beispielsweise gerade noch in die Klasse des Fliegengewichts hereinrutscht und sich dort bessere Chancen ausrechnen kann. Nicht ungefährlich sind weiterhin Sportarten, bei denen leichtes Gewicht von Vorteil ist: Skispringen, Reiten und bis zu einem gewissen Grad auch Rennen.

Magersüchtige und Bulimikerinnen bewegen sich nicht nur deshalb viel, weil sie hoffen, dadurch Kalorien verbrennen zu können, sondern auch aus anderen Gründen. Die antidepressive Wirkung des Sports ist schon genannt worden. Viele Magersüchtige und Sportlerinnen teilen den Hang zur Askese, teilen den Wunsch, unbedingt etwas leisten zu wollen, um dadurch geliebt zu werden.

Bei der Bewegungsunruhe der Magersüchtigen scheint es sich auch um ein biologisch vorgegebenes Notfallprogramm zu handeln. Auch hungernde Tiere laufen noch viel herum, in der Hoffnung irgendwo etwas Essbares zu ergattern, bevor sie sich apathisch dem Hungertod ergeben.

Beim Sport mag es sich um die gesündeste Kompensationsmethode handeln, die Bulimikerinnen zur Verfügung steht. Sport ist empfehlenswerter als Erbrechen, Abführmittel und Diuretika. Wirklich gefährlich wird es aber, wenn Frauen, die häufig erbrechen, zugleich Sport treiben. Es kann dann infolge des vorliegenden Kaliummangels zum plötzlichen Herztod kommen.
Quelle: www.korso-klinik.de
Mit Zitat antworten
  #2 (Permalink)  
Alt 07.01.2007, 11:31
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 29.12.2006
Beiträge: 98
Standard

Oh, das Flow- Erlebnis kenne ich sehr gut!
Das kommt auch beim Lesen vor.
Früher bin ich sehr viel gelaufen- als ich da mal jemandem erzählt habe, dass es bei mir dann zu einem rauschähnlichen Zustand kommt, hat der nur gelacht und gemeint, ich bekäme zu wenig Sauerstoff. Aber ich war ihm deswegen nicht böse; ich fand es nur traurig, dass er sowas noch nie erlebt hat. Ich erlebe dauernd sowas, bei diversen Dingen....
__________________
Was habe ich noch außer meinem Körper,
der den anderen wirklich zeigt,
was ich fühle.
Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen

Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.
Trackbacks sind an
PingBacks sind an
RefBacks sind an


Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Schönheit im Zeichen der Globalisierung-Anorexie und Bulimie berater Entstehung von Ess-Störungen / Familiäre Herkunft / Gesellschaft 0 09.10.2007 17:49
Sport, Spaß, Lebensfreude berater Adipositas-Forum (allgemeiner Bereich) 0 07.03.2007 02:46
Männer - Sport - Esstörungen berater Männer-Forum (allgemeiner Bereich) 1 21.12.2006 04:13



Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 18:03 Uhr.


Powered by vBulletin® Version 3.7.1 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2008, Jelsoft Enterprises Ltd.
Search Engine Friendly URLs by vBSEO 3.1.0
(c) essprobleme.com ist ein Service von MedUni

Textlink-Anzeigen: Uhren

Powered by vBCMS® 1.2.4 ©2002 - 2008 vbdesigns.de