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Alt 17.02.2007, 17:12
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Standard Abnehm-Tip: Obst nicht zusätzlich zum üblichen Essen

Abnehm-Tip: Obst nicht zusätzlich zum üblichen Essen, sondern anstatt
Kleiner Gewichtsverlust ist bei Adipositas bereits ein Erfolg und ein realistisches Ziel

BERLIN (gvg). Nicht von vornherein resignieren, aber auch keine unerreichbaren Ziele setzen, das sind die Grundregeln für den Umgang mit adipösen Patienten in der Sprechstunde.

"Bei vielen adipösen Patienten ist es ein echtes Erfolgskriterium, wenn es gelingt, das Gewicht zu halten", sagte Dr. Ute Gola auf dem Pri-Med-Update in Berlin. Bei der für Hausärzte konzipierten Fortbildungsreihe ist die "Ärzte Zeitung" Medienpartner. Eine leichte Gewichtsabnahme, verbunden mit einer Kontrolle der metabolischen Risikofaktoren, seien reale Ziele, alles andere sei Vision, so die Ernährungsexpertin.

Gola warnte vor allem vor scheinbar einfachen Verhaltensregeln wie der, sich gesünder zu ernähren. "Häufig essen die Betroffenen dann die gesunde Kost zusätzlich zu dem, was sie sonst essen", so Gola. Das ist kontraproduktiv. Auch der Hinweis, mehr Obst zu essen, sei bei adipösen Menschen mit Vorsicht auszusprechen. Wer abends ein Kilogramm äußerst energiereicher Weintrauben vor dem Fernseher ißt, tut seinem Körpergewicht damit trotz der vielen Vitamine keinen Gefallen.

Gola plädierte deswegen für einen systematischen Ansatz, bei dem die Betroffenen regelmäßig in die Sprechstunde kommen, um Erfolge oder Probleme zu besprechen. So hätten in einer kürzlich publizierten Studie mit 314 Probanden, die zuvor jeweils 20 Kilogramm Gewicht verloren hatten, jene am besten ihr Gewicht gehalten, die immer wieder ihren Betreuer konsultierten (NEJM 2006, 355, 1563).

Wichtig: Die Patienten sollen auf regelmäßige Mahlzeiten achten, auf Zwischenmahlzeiten verzichten und ihre Gewohnheiten auch bei den Getränken umstellen (Wasser statt Saft, wenig Alkohol). Gut handhabbar für die Patienten sei es meist auch, wenn eine Mahlzeit am Tag durch energetisch definierte Formulaprodukte ersetzt werde. Das kann auch diagnostisch wertvoll sein: "Wenn die Abendmahlzeit durch ein Formulaprodukt mit 200 Kilokalorien ersetzt wird und der Patient dann nicht abnimmt, dann haut irgendetwas nicht hin mit dem Lifestyle", so Gola.

Medikamente sollten erst dann erwogen werden, wenn ein systematisches Basisprogramm mit Ernährungstherapie, psychosozialer Betreuung und körperlicher Mobilisierung zwölf Wochen lang ohne Erfolg bleibt.

Wenn es nach erfolgreicher Gewichtsabnahme darum geht, das Erreichte zu erhalten, dann ist außer der Ernährung vor allem Bewegung das A und O. 30 Minuten spazierengehen am Tag sei das mindeste: "Wer keinen Hund hat, muß sich einen denken", so Gola.

Dauerhafter Erfolg aber ist wohl nur denen vergönnt, die deutlich mehr dafür tun. "Stark adipöse Menschen, die 15 bis 20 Kilogramm abgenommen haben und das Gewicht halten können, wenden pro Tag im Mittel 80 Minuten mehr für körperliche Aktivität auf als jene, die wieder an Gewicht zulegen."

Quelle : www.aerztezeitung.de
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