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Alt 27.01.2007, 19:16
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Standard Therapie

Therapie
Psychologische Unterstützung

Die Grundlage für eine erfolgreiche Therapie der Magersucht stellt zunächst die Einsicht des Patienten dar. Ohne diese sind die Prognose äußert ungünstig und Therapieerfolge eher unwahrscheinlich.

Ist eine Bereitschaft zur Therapie vorhanden, ist das oberste Ziel die Normalisierung des Körpergewichts, wobei eine verhaltenstherapeutische Unterstützung notwendig ist. Ein weiterer Bestandteil der psychologischen Betreuung stellt die Therapie der verzerrten Körperwahrnehmung dar. Die Stärkung des Selbstwertgefühls ist ebenfalls von Bedeutung. Der Kontakt mit anderen Betroffenen und ehemaligen Anorektikern im Rahmen von Gruppentherapien wirkt sich häufig besonders positiv aus.

Die Zusammenarbeit mit einem Psychologen ist bei der Therapie unerlässlich. Optimal ist eine stationäre Behandlung in einer entsprechenden Einrichtung.

Ernährungstherapie
Neben der psychologischen Betreuung spielt die richtige Ernährung zur Normalisierung des Körpergewichts eine wichtige Rolle.

In schweren Fällen kann zunächst eine künstliche Ernährung erforderlich sein. Wichtig ist anschließend eine langsame Steigerung der Nahrungsaufnahme, um Unverträglichkeiten zu vermeiden. Dabei sollten am Anfang nur Nahrungsmittel in leicht verwertbarer Form verabreicht werden. Aufgrund der Schleimhautschädigungen und des Lactasemangels (milchzuckerspaltendes Enzym) werden Milch und Milchprodukte anfangs häufig nicht vertragen.

Im Anschluss daran erfolgt eine schrittweise Annäherung an eine energiereiche Basiskost. Der Energiebedarf wird dabei so veranschlagt, dass für jeweils 10 kg Untergewicht ein Zuschlag von 20% des normalen Tagesbedarfs empfohlen wird (ca. 2500-3000 kcal / Tag).

Die Nahrung sollte auf mehrere Mahlzeiten (ca. 6) am Tag verteilt werden und ist reich an Kohlenhydraten und Fetten. Letztere sollten vor allem in versteckter Form aufgenommen werden und reich an ungesättigten Fettsäuren sein.

Der Proteinbedarf entspricht dem einer "normalen" Ernährung, liegt also bei ca. 15% der Gesamtenergieaufnahme. Die Kost sollte vitamin- und mineralstoffreich, ausgewogen und abwechslungsreich sein. Zu meiden sind jedoch Lebensmittel, die energiearm, voluminös oder blähend sind (siehe Abb.).

Weniger geeignete Lebensmittel beim Kostaufbau
Hülsenfrüchte, Blattkohlsorten, Pilze
Fleisch-, Fisch- und Wurstwaren mit hohem Anteil an sichtbarem Fett
Mayonnaise, fettreiche Backwaren
Fettarme, proteinreiche Lebensmittel (z.B. Magermilchprodukte)
stark kohlensäurehaltige Getränke

Mit steigender Energiezufuhr kann auch mit leichter körperlicher Aktivität begonnen werden. Dies fördert sowohl das Herz-Kreislauf-System als auch das Muskelwachstum.

Grundsätzlich sollten die Speisen schmackhaft und appetitlich zubereitet werden. Individuelle Bedürfnisse sollten dabei berücksichtigt werden. Auch geringe Mengen Alkohol zur Steigerung des Appetits sind erlaubt.

Bei bestehendem Untergewicht ohne vorliegende Essstörung kann direkt (d.h. ohne Aufbaukost) mit einer energiereichen Kost begonnen werden. Eine Gewichtszunahme erreicht man generell durch eine positive Energiebilanz, d.h. wenn man dem Körper mehr Energie zuführt als er verbraucht. Allerdings gibt es auch Fälle, bei denen eine energiereiche Ernährung zu keiner Gewichtszunahme führt (z.B. Schilddrüsenüberfunktion). Um das auszuschließen, sollten Sie sich an ihren Arzt wenden.

Prinzipiell sollte sich auch diese Ernährung an den Empfehlungen für eine ausgewogene Ernährung orientieren. Allerdings kann hier auf fettreichere Produkte zurückgegriffen werden.

Sonstige medizinische Maßnahmen
Aufgrund der gravierenden Folgen der unzureichenden Östrogenproduktion wird der gezielte Einsatz von Östrogenen, Gestagenen und Calcium im Rahmen der Osteoporoseprophylaxe diskutiert.

Eine weitere medikamentöse Therapie ist nicht erforderlich. Trotz der niedrigen Konzentration des Schilddrüsenhormons T3 (Trijodthyronin), ist eine Therapie mit Schilddrüsenhormonen nicht angezeigt. Eine Ausnahme stellt die Behandlung mit Antidepressiva dar, sofern eine begleitende depressive Erkrankung vorliegt.

Quelle : www.ernaehrung.de
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