Magersucht (Anorexia nervosa) wird in Deutschland bislang mit einer Standard-Richtlinienpsychotherapie behandelt, die auf lange Sicht oft zu Problemen bei der Genesung oder Verhaltensrückfällen führt. Um eine bessere Behandlung zu gewährleisten, hat die Universität Erlangen diesen Sommer die bundesweit unter dem Namen
„Anorexia nervosa treatment of our patients“ (ANTOP) laufende Studie gestartet. In dieser sollen zwei neue
Therapieformen mit der
Standardtherapie verglichen werden. Für die Studie werden insgesamt 237 Teilnehmerinnen gesucht, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen müssen. So sollten die Betroffenen älter als 18 Jahre sein und einen
BMI zwischen 15 und 18,5 haben. Die Teilnehmerinnen werden zufällig einer der drei
Therapieformen zugeteilt und in regelmäßigen Abständen zum
Therapieverlauf befragt.
Eine der beiden neuen
Therapieformen ist die „
Kognitive Verhaltenstherapie“ (KVT). Hier soll das
Essverhalten der Frauen normalisiert und die mit der
Essstörung verbundenen Probleme bearbeitet werden, wie etwa die Fähigkeit, Konflikte und Probleme zu lösen. Die zweite
Therapieform ist die „Fokal psychodynamische Psychotherapie“ (FPT). In dieser sollen vor allem ungünstige Beziehungsgestaltungen und die Verarbeitung von Gefühlen bearbeitet werden. Sowohl KVT als auch FPT verlaufen jeweils in 40 ambulanten Einzelsitzungen über einen Zeitraum von etwa zehn Monaten. Die Teilnahme an der Studie ist für die
Betroffenen kostenlos.
Bestimmte Voraussetzungen schließen eine Teilnahme an der bis Ende 2009 laufenden Studie jedoch aus. Dazu zählen zum Beispiel schwere psychische
Erkrankungen, akute
Selbstmordgefahr,
Drogenmissbrauch, Einnahme von Neuroleptika und Schwangerschaft. Auch wenn das Untergewicht vor allem
körperliche Ursachen hat sowie bei einer bereits laufenden Psychotherapie ist eine Teilnahme nicht möglich.
Das Universitätsklinikum Erlangen hat unter der Telefonnummer
09131/85-35927 eine Hotline eingerichtet, unter der sich Freiwillige für eine Studienteilnahme melden oder weitere Informationen einholen können.
Quelle:
www.onmeda.de