Magersüchtige Menschen fühlen sich ständig zu
dick, obwohl sie normal oder sogar
untergewichtig sind.
Betroffene haben den gesunden Umgang mit ihrem
Körper verlernt oder nie beherrscht. In Deutschland leiden über 100 000 Menschen, insbesondere Frauen zwischen 15 und 35 Jahren, an
Magersucht (Anorexie) - ihr
Bodymaßindex (
Körpergewicht geteilt durch Größe im Quadrat) liegt unter 17,5.; 600 000 Frauen und Männer sind von einer
Ess-Brech-Sucht (
Bulimia nervosa) betroffen. Der Anteil magersüchtiger Männer beträgt fünf bis zehn Prozent, mit steigender Tendenz. Um eine wirkungsvolle
Therapie zu entwickeln und die bisherige Wirkung etablierter
Behandlungsformen zu untersuchen, beginnen nun am Psychologischen Institut der Universität Freiburg und am Ulmer
Universitätsklinik für
Psychosomatische Medizin und
Psychotherapie zwei Studien.
In Freiburg untersuchen die Wissenschaftler vor allem die Unzufriedenheit der
Betroffenen mit ihrem
Körper und die
verzerrte Körperwahrnehmung von
Patientinnen mit
Essstörungen und bieten passende
Therapien an. Dabei wird das Körperbildtraining durchgeführt, das auf der so genannten
Körperbildexposition beruht, einer der wirksamsten Komponenten der Verhaltenstherapie bei
Essstörungen. Während des Trainings sollen durch die reale Konfrontation mit dem eigenen Spiegelbild negative Einstellungen und ungünstiges
körperbezogenes Verhalten aufgedeckt und mit
therapeutischer Hilfe überwunden werden. Das Angebot richtet sich an Frauen mit
Essstörungen zwischen 18 und 45 Jahren (Anmeldung unter
www.uni-freiburg.de/go/essen).
In Ulm sollen zwei
therapeutische Ansätze als
ambulante Behandlung mit den
Standardtherapien bei niedergelassenen Ärzten verglichen werden. Ein speziell für dieses
Störungsbild entwickelter
verhaltenstherapeutischer Ansatz geht von den Symptomen aus, das
Essverhalten wird protokolliert und
Therapeut und
Patientin versuchen zum Beispiel mit Hilfe von
Esstagebüchern ein anderes
Essverhalten zu ermöglichen. Der psychodynamische
Therapieansatz geht mehr von der Persönlichkeit der
Betroffenen aus und betrachtet die
Essstörung als Ausdruck von dahinter liegenden Problemen und Konflikten. Über zehn Monate hinweg werden die Studienteilnehmerinnen dabei in 40 Sitzungen nach genau festgelegten Abläufen
therapiert.
Junge Frauen mit einem
Bodymaßindex zwischen 15 und 18,5, die bereits 18 Jahre alt sind, können an der Studie teilnehmen, wenn sie die
Diagnosekriterien einer
Magersucht erfüllen. Interessenten können sich an die
Psychotherapeutische Ambulanz der Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin und
Psychotherapie Ulm wenden (Tel.- Nr.: 0731/5006 1831).
Quelle:
www.monstersandcritics.de